Landwirtschaftliche Betriebe sind heute in nahezu allen Bereichen auf eine zuverlässige Stromversorgung angewiesen. Fällt diese aus, kann das innerhalb kurzer Zeit gravierende Folgen haben – insbesondere in den Wintermonaten, wenn äußere Bedingungen das Risiko zusätzlich erhöhen. Abhilfe schaffen dann leistungsfähige Notstromaggregate, vornehmlich Zapfwellengeneratoren. Wie diese funktionieren und was Sie beim Betrieb beachten sollten, erfahren Sie jetzt!
Warum ist ein Notstromaggregat im Winter unverzichtbar und welche Gefahren drohen bei Stromausfällen in landwirtschaftlichen Betrieben?
Ein Stromausfall beeinträchtigt unmittelbar die grundlegende Versorgung der Tiere. Systeme zur Belüftung, Fütterung und Wasserversorgung sind in modernen Ställen meist vollständig elektrisch gesteuert. Kommt es hier zu einem Ausfall, kann sich das Stallklima rasch verschlechtern. Vor allem in zwangsbelüfteten Ställen steigt die Konzentration von Schadgasen und Wärme innerhalb kurzer Zeit auf ein kritisches Niveau, was erhebliche gesundheitliche Risiken für die Tiere mit sich bringt.
In Milchviehbetrieben sind zudem Melk- und Kühlprozesse betroffen. Während kurze Unterbrechungen bei konventioneller Technik noch überbrückbar sein können, reagieren automatisierte Systeme deutlich empfindlicher. Auch die zunehmend eingesetzte digitale Steuerungs- und Regeltechnik ist anfällig für instabile Stromverhältnisse und kann bei Ausfällen oder Spannungsschwankungen Schaden nehmen.
Des Weiteren steigt im Winter die Wahrscheinlichkeit von Stromausfällen deutlich. Stürme, Schneelast oder beschädigte Leitungen können das öffentliche Netz über längere Zeit lahmlegen. Gleichzeitig ist der Energiebedarf in dieser Jahreszeit höher, da Beleuchtung und Überwachungssysteme für einen sicheren Stallbetrieb unverzichtbar sind.
Besonders kritisch ist ebenfalls die Wasserversorgung. Pumpen und Leitungen müssen auch bei Stromausfall funktionsfähig bleiben, um Versorgungsengpässe und Frostschäden zu vermeiden. Stehendes Wasser in Leitungen kann bei niedrigen Temperaturen schnell einfrieren und zusätzliche Schäden verursachen.
Wie funktioniert ein Zapfwellengenerator und aus welchen Komponenten besteht er?
Ein Zapfwellengenerator ist eine flexible Lösung zur mobilen Stromerzeugung und wird vor allem in der Landwirtschaft als Notstromversorgung eingesetzt. Er nutzt die Motorleistung eines vorhandenen Traktors, um elektrische Energie zu erzeugen und ermöglicht so eine vergleichsweise kosteneffiziente und unabhängige Stromversorgung.
Funktionsweise eines Zapfwellengenerators
Das Aggregat wird über die Zapfwelle mit dem Traktor verbunden. Dessen Motor erzeugt eine gleichmäßige Drehbewegung, die mechanisch auf das Aggregat übertragen wird. Im Inneren des Geräts wandelt der Generator diese Bewegung in elektrischen Strom um.
Für eine stabile Stromqualität ist es entscheidend, dass die Drehzahl der Zapfwelle auch unter wechselnder Last konstant bleibt. Moderne Traktoren unterstützen dies durch ein automatisches Motormanagement, was besonders wichtig ist, wenn empfindliche elektronische Steuerungen oder Regeltechnik betrieben werden. Die Einspeisung des erzeugten Stroms erfolgt über eine spezielle Umschaltvorrichtung, die sicher zwischen öffentlichem Netz und Notstrombetrieb wechselt.
Zentrale Komponenten eines Zapfwellengenerators im Überblick
Ein Zapfwellenaggregat besteht aus folgenden Bauteilen:
- Generator: Er bildet das Herzstück des Aggregats und erzeugt die elektrische Energie. Hochwertige Ausführungen sind für den Dauerbetrieb ausgelegt und sorgen für eine stabile Stromversorgung.
- Rahmen mit Dreipunktaufhängung: Ein stabiles Traggerüst ermöglicht die sichere Montage am Traktor sowie einen einfachen Transport.
- Zapfwellenanschluss: Über diese mechanische Verbindung wird die Kraft des Traktors auf das Aggregat übertragen.
- Getriebeeinheit: Da Generator und Zapfwelle mit unterschiedlichen Drehzahlen arbeiten, sorgt ein integriertes Getriebe für die passende Anpassung und eine gleichbleibende Frequenz.
- Schalt- und Schutzeinrichtungen: Diese Komponenten regeln die sichere Nutzung des Aggregats. Dazu gehören Umschaltungen für unterschiedliche Einsatzbereiche sowie Schutzmechanismen gegen unzulässige Spannungen. Eine fachgerechte Erdung ist dabei zwingend erforderlich.
- Anschluss- und Einspeisetechnik: Verbindungskabel und ein fest installierter Netz-Null-Notstromschalter stellen sicher, dass der erzeugte Strom sicher in das Betriebsnetz eingespeist wird, ohne ins öffentliche Netz zurückzugelangen.
- Gehäuse und Schutzklasse: Ein wetterfestes Gehäuse mit mindestens Schutzart IP44 schützt das Aggregat zuverlässig vor Staub und Spritzwasser.
Wichtige Voraussetzung für den Betrieb:
Für einen störungsfreien Einsatz sollte die Motorleistung des Traktors etwa doppelt so hoch wie die kVA-Leistung (Kilovoltampere) des Generators sein. So können auch kurzzeitige Leistungsspitzen, etwa beim Start größerer Verbraucher, sicher abgefangen werden.
Welche Vorteile bieten Zapfwellengeneratoren gegenüber anderen Stromaggregaten in der Landwirtschaft?
Zapfwellengeneratoren haben sich in landwirtschaftlichen Betrieben als zuverlässige und wirtschaftliche Lösung zur Notstromversorgung etabliert. Gerade im Vergleich zu stationären Stromaggregaten bieten sie Vorteile, die insbesondere in der täglichen Arbeit und in Notfallsituationen überzeugen.
Ein wesentlicher Vorteil liegt in den vergleichsweise niedrigen Anschaffungskosten. Zapfwellengeneratoren sind deutlich günstiger als stationäre Aggregate mit eigener Motoreinheit. Ein Gerät mit einer Leistung von 50 kVA ist inklusive Einbau und Zubehör bereits für etwa 9.500 € netto erhältlich, während eine stationäre Anlage vergleichbarer Leistung rund 12.000 € teurer ist. Viele Betriebe können dadurch bares Geld sparen.
Neben den Kostenvorteilen ist auch die Mobilität der Zapfwellengeneratoren von Vorteil. Dank der Dreipunktaufhängung lassen sie sich schnell an einen Schlepper anbauen und problemlos an unterschiedliche Einsatzorte transportieren. So kann Strom genau dort erzeugt werden, wo er benötigt wird – etwa an verschiedenen Stallgebäuden oder in abgelegenen Bereichen des Betriebs. Eine feste Installation ist nicht zwingend erforderlich.
Im Vergleich zu stationären Dieselaggregaten sind Zapfwellengeneratoren des Weiteren deutlich wartungsärmer. Während fest installierte Anlagen regelmäßig, idealerweise monatlich, in Betrieb genommen werden sollten, genügt es bei Zapfwellengeräten, sie drei- bis viermal pro Jahr kurz laufen zu lassen, um die Funktionsfähigkeit sicherzustellen.
Die Generatoren greifen zudem auf den ohnehin vorhandenen Traktor als Antriebseinheit zurück. Dadurch entfällt die Wartung eines zusätzlichen Motors. Moderne Schlepper mit elektronischem Motormanagement halten dabei die benötigte Zapfwellendrehzahl auch bei wechselnder Last konstant, was eine stabile Stromqualität gewährleistet. Bestimmte Ausführungen, insbesondere für den Dauerbetrieb konzipierte Modelle, sind zudem darauf ausgelegt, auch über längere Zeiträume zuverlässig Strom zu liefern. Bei länger andauernden Stromausfällen ist das vor allem ein entscheidender Vorteil.
Einzig zu berücksichtigen ist, dass die Zeit bis zur Strombereitstellung bei Zapfwellengeneratoren in der Regel etwas länger ausfällt, da der Traktor zunächst bereitgestellt und angekoppelt werden muss. Zudem ist eine ausreichende Schlepperleistung erforderlich.
Moderne Zapfwellenaggregate zur Notstromversorgung von ARNEUBA
Verhindern Sie Schäden und Verluste bei einem Stromausfall im Betrieb – mit den Zapfwellengeneratoren von ARNEUBA! Wir bieten Ihnen diese vom Hersteller Endress an. Haben Sie Fragen zu unseren Produkten? Dann nehmen Sie gern Kontakt zu uns auf! Müssen Sie im Winter zudem Schneemassen von Ihrem Hof beseitigen, dann können Sie dabei unsere Pronar Schneepflüge, Pronar Schürfleisten oder alternativ die Samaz Schneepflüge und Samaz Schürfleisten unterstützen.